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Professionelle Helfer

Im Verlauf seiner Geschichte hat der Mensch bereits vor vielen Tausend Jahren angefangen, wilde Tiere zu domestizieren und sie damit zu Haustieren zu machen. Hat er zunächst bloss ihre Nähe und Gesellschaft geduldet, wurden sie im Laufe dieses Prozesses systematisch auf eine Funktion hin ausgelesen und einer bestimmten Nutzung unterworfen. Gefragt waren und sind auch heute noch Tiere, die nebst einem sanften Wesen die beste Arbeitsleistung erbringen. Gleichzeitig soll der Aufwand für Haltung und Pflege im Rahmen bleiben, was sehr schnell zu einem Graben zwischen den Ansprüchen von Mensch und Tier führen kann. Und weil die Tiere dabei meist am kürzeren Hebel sind, ist Missbrauch alltäglich. Noch immer werden etwa Pferde und Esel als Last- und Zugtiere überanstrengt oder in Kriegen eingesetzt. Auch wenn sich viele Einsatzgebiete unserer tierischen Arbeiter mit der Zeit anscheinend zum Guten gewandelt haben, tragen wir dem Tierwohl häufig zu wenig Rechnung. Wissen tut deshalb Not und Kompanima wird in seinen Angeboten dem Tierschutzaspekt bei Arbeitstieren den erforderlichen Platz einräumen. Im Wesentlichen geht es auch darum, das menschliche Auge und Gespür für die Signale der arbeitenden Tiere zu schulen, um so der Überanstrengung oder Überforderung vorzubeugen.


Arbeiter auf 4 Pfoten

Viele Rassen - viele Einsatzgebiete. Diese einfache Gleichung trifft insbesondere für unsere Haushunde zu. Denn je nach Arbeitseinsatz sind unterschiedliche typische Hundemerkmale besonders gefragt. Den exzellenten Geruchssinn nutzen wir bei der Suche nach Vermissten, Drogen, Sprengstoff oder beim Nachsuchen. Verschiedene Eigenschaften dienen uns bei der Jagd, so das Aufstöbern, Treiben, Apportieren oder Nachsuchen. Hunde müssen auch Tiere hüten und beschützen. Territorial- und Schutztriebe werden beim Bewachen von Arealen oder beim der Verbrechensbekämpfung genutzt. Ist der Hund als Assistent-Therapeut oder für die Führung von Blinden im Einsatz, profitieren wir von seiner Feinfühligkeit und Loyalität uns gegenüber. Die Nutzung dieser spezifischen Eigenschaften birgt immer auch das Potenzial des Missbrauchs und der Instrumentalisierung des Tieres. Gemein ist allen Arbeitshunden, sie sind primär Hunde und auch als solche zu behandeln. Ihre natürlichen Bedürfnisse nach einer artgerechten Haltung mit genügend Bewegung und Sozialkontakten ist nachzukommen, damit die möglicherweise auch schon bei der Ausbildung belastenden Einsätze ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordern. Gleichermassen hat der Einsatz von Enten, Schafen und Rindern bei der Ausbildung von Hütehunden mit Zurückhaltung zu erfolgen und das Wohlergehen dieser Übungspartner muss stehts im Vordergrund stehen. Offensichtlich tierschutzwidrig ist die Ausbildung und der Einsatz von Hunden bei der Baujagd. Kompanima setzt sich für mehr Bewusstsein für die Problematik von Arbeitshunden ein und unterstützt alle Bestrebungen zur Abschaffung tierquälerischer Arbeitseinsätze wie der Baujagd, die bloss auf Druck einer mächtigen Jägerlobby nach wie vor erlaubt ist.


Equiden tragen viele Lasten

Das Reiten, so die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., stelle als solches eine besonders grosse Belastungssituation für Pferde dar. Wer sich dieser Erkenntnis nicht verschliesst, wird alles daran setzen, seinen Tieren die Belastungen zu ersparen und davon absehen, Pferde oder Esel für fragwürdige Arbeiten einzusetzen. Genau so offensichtlich ist aber, dass gegenteiliges Handeln häufig ist, wo Reittiere wie etwa im Spitzensport als Geräte für die Berufsausübung herhalten müssen oder täglich als Schulpferde im Einsatz stehen. Die Rechtfertigung, solche Arbeitstiere seien schliesslich für ihre Aufgabe trainiert und vorbereitet, ist nicht ausreichend. Das zeigen allein die vielen Unfälle, aber auch die Tiere selbst durch ihr Verhalten während der Einsätze. Die profunde Kenntnis des Equidenverhaltens ist denn auch die halbe Miete, wenn es darum geht, die Arbeitsbelastung korrekt zu beurteilen. Das gilt nicht nur für Reit-, Trag- oder Zugtiere, sondern auch bei Einsätzen in der tiergestützten Therapie. Allein die Auswahl, Ausbildung und Vorbereitung von Pferden und Ponys für Hippotherapie-Einsätze und die schonende Führung bei der Arbeit erfordert von den Tierhaltenden hohe Tier- und Sachkenntnis. Sensibilität und Pferdewissen sind aber auch gefragt, wenn Ponys vermeintlich einfache Arbeiten auszuführen haben. Dazu gehört das häufig angebotene Ponyreiten bei Kinder- und Volksfesten, wo nicht selten Tierschutzwidrigkeiten infolge Unkenntnis zu beobachten sind. Kompanima setzt somit auf eine Ausbildung, die über das Wissen rund um das Handling von Pferden und Eseln hinausgeht und die als Grundlage das Normalverhalten der Equiden hat.


Wildes Personal

Die mächtige Erscheinung eines Löwen oder der Anblick der imposanten Elefanten versetzen Jung und Alt in Staunen. Im Zirkus können wir diese Tiere hautnah erleben und uns an ihnen erfreuen. Dass Kopfstand übende Elefanten oder durch brennende Reifen springende Tiger jedoch nichts mit arttypischem Verhalten zu tun haben, wird uns kaum bewusst. Hinzu kommt, dass eine auch nur annähernd artgerechte Haltung im Zirkus gerade bei Grosstieren nicht möglich ist. Wildtiere dienen uns auch als Mittel für therapeutische Zwecke. Teure und trotzdem sehr beliebte Delphintherapien versprechen kranken Menschen Linderung oder sogar Heilung ihrer körperlichen und geistigen Leiden. Kangalfische, auch Doktorfische genannt, leisten ihre Dienste in der Behandlung von Hautkrankheiten. Doch Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung, Unterbringung und Beschäftigung. Im Falle von Meeressäugern und ihrem Lebensraum Wasser können diese Ansprüche erst gar nicht erfüllt werden. Sei es in der Manege oder in therapeutischen Diensten, für Wildtiere bedeutet die Erfüllung ihrer Aufgaben oft grossen Stress. Die Betreuung und Ausbildung dieser Tiere braucht viel Einfühlungsvermögen und Fachwissen bezüglich natürlichem Verhalten und tiergerechter Haltung. Können sie ihre arttypischen Verhaltensweisen nicht ausleben, sind oft Verhaltensstörungen, Erkrankungen oder ein frühzeitiger Tod die Folge. Kompanima möchte mit seinen Angeboten mehr Wissen über die natürlichen Lebensweisen der Wildtiere und ihren Ansprüchen an eine artgerechte Haltung vermitteln und insbesondere den kritischen Blick hinter die Kulissen schärfen.


Arbeit im Flug

Den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt sollen sie symbolisieren, die weissen Hochzeitstauben. Ihr Auftritt ist jeweils kurz und oftmals bleibt von ihnen nach dem Einsatz nur noch ein hübsches Foto übrig. Denn anders als Brieftauben sind sie für eine Rückkehr zum Züchter nicht gemacht. Nur für diesen Anlass produziert, verfügen sie in der Regel bloss über einen eingeschränkten Orientierungssinn. Sowohl die Nahrungssuche wie auch das Finden des heimischen Taubenschlags haben sie nie gelernt. So fallen sie entweder Geifvögeln zum Opfer oder verhungern. Aber auch ihre für Flugwettbewerbe gezüchteten Kollegen ereilt häufig der frühzeitige Tod. Sie werden bei Misserfolg nicht selten ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Fliegende Arbeitstiere kennen wir auch aus der Falknerei oder im Einsatz bei der Beizjagd. Wenn Jagdkreise die Falknerei als uralte Jagdform erhalten möchten, kann man das akzeptieren. Dass der Bund kürzlich mit der revidierten Jagdverordnung diese Arbeitsvögel auf Druck der Jagdlobby einem wirksamen Schutz entzogen hat, jedoch nicht. Das Wohl der Vögel wird nun durch die Jagdschutzverordnung geregelt, was zweifelhaftes Handling und ungenügende Haltungssysteme zulässt und einen tierschützerischen Rückschritt darstellt. Das hat u.a. auch der Zürcher Tierschutz in seiner Stellungnahme anlässlich der Anhörung klar betont. Kompanima will in seinen Kursen auf die Problematik des wachsenden Abbaus von Schutzbestimmungen im Allgemeinen und auf das spezielle Los der Greifvögel und Eulen aufmerksam machen. Unter anderem auch mit Empfehlungen, Greifvogel-Shows nicht zu besuchen.

Rechtlicher Hintergrund

Gesetze


Mehr Wissen

Zirkusbericht 2015 des schweizerischen Tierschutz STS

Zirkusbericht 2017 des STS Cirkus Royal und Cirkus Gasser-Olympia

BLV - Fachinformation zur Haltung von Kangalfischen

Merkblätter zum Thema Zirkustiere der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.

Netzwerk Pferdeforschung. Beiträge der Jahrestagungen 2016 und 2017